Dem Tee auf den Grund gehen

Realschüler recherchieren über Nachhaltigkeit beim Partnerunternehmen Lebensbaum.

Im Rahmen der Initiative KURS-Zukunft fragen Schülerinnen und Schüler nach den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Lebensmittelwirtschaft. Jetzt besuchte der Profilkurs Wirtschaft der Realschule Diepholz zu diesem Zweck die Diepholzer Bio-Firma Lebensbaum. Das Unternehmen stellt seit fast 40 Jahren Kaffee, Tee und Gewürze in Bioqualität her. Lehrerin Verena Heckert hatte die Jugendlichen im Unterricht intensiv auf den Besuch des Betriebes vorbereitet.

Vorab waren die Jugendlichen in der Schule für das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ sensibilisiert und als Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftsinteressierte geschult worden, Fragen zu den Herausforderungen der Branche zu stellen. Dabei wurden gezielt Fragen für den späteren Besuch in Ihrem Partnerunternehmen entwickelt. „Es war spannend für die Jugendlichen festzustellen, dass die Menschen heutzutage relativ viel weniger für Lebensmittel ausgeben, als das in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts der Fall war. Es war durchaus möglich zu vermitteln, dass ein Widerspruch entsteht, wenn man gleichzeitig hohe Qualitätsansprüche an ein Lebensmittel stellt und gleichzeitig die Erwartungen hat, dass die Preise ständig sinken“, so die Lehrerin.

Im Unternehmen führte Nachhaltigkeitsbeauftragter Henning Osmers-Rentzsch am Beispiel Tee vor, wie das Unternehmen in puncto Nachhaltigkeit tickt. In Kleingruppen wurden Teebeutel in die Bestandteile zerlegt. Es zeigte sich, dass Nachhaltigkeit im Unternehmjen bis zum Baumwollfaden gedacht wird, mit dem Teebeutel und Teebeutelanhänger verbunden sind. Selbst dafür setzt Lebensbau Bio-Baumwolle ein. Auch wird komplett auf Erdölbestandteile im Verpackungsbereich verzichtet und stattdessen auf Verpackungsfolie aus Holzfasern und auf mineralölfreie Druckfarben gesetzt.

Osmers-Rentzsch berichtete den Jugendlichen von seinen Besuchen im Tee-Anbaugebiet und darüber, wie wichtig sowohl der ökologische Anbau von Tee ist, wie auch die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der im Teeanbau beschäftigten Menschen.

Die Jugendlichen äußerten in der Diskussion eigene Ideen, wie das Unternehmen sein Nachhaltigkeitsengagement gegenüber den Kunden kommunizieren könne. „Wie wäre es“, so einer der jugendlichen Nachhaltigkeitsexperten, „wenn man die Kunden über die Nachhaltigkeitsaspekte in der Produktionslinie via QR-Code auf den Verpackungen informieren würde“. Henning Osmers-Rentzsch: „Das haben wir in der Tat auch schon versucht, aber die Kunden gehen diesen Informationsweg noch nicht so mit, wie wir uns das erhofft hatten.“