Früher Müller, heute Verfahrenstechnologe

Futtermittelproduzent H. Bröring und St.-Ludgeri-Realschule Löningen schließen KURS-Zukunft – Lernpartnerschaft.

Zum Ende einer gemeinsamen Feierstunde im Getreidewerk Löningen des Futtermittelproduzenten H. Bröring setzten Konrektorin Kerstin Lemke und Personalleiter Matthias Fortmann die Unterschrift unter eine Vereinbarung zu einer langfristig angelegten Zusammenarbeit. Das Unternehmen H. Bröring mit seinem Hauptsitz in Dinklage beschäftigt insgesamt 680 Mitarbeiter an mehreren Standorten. Kooperationspartner der Realschule Löningen ist das neu errichtete Getreidewerk in Löningen.

„Die fortschreitende Technisierung hat auch vor dem Beruf des Müllers nicht Halt gemacht, das Berufsbild hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt und ist heute vor allem durch Technik geprägt“, stellte Matthias Fortmann bei der Begrüßung fest. Dennoch sei das Bild des Ausbildungsberufes bei den Jugendlichen noch veraltet und wenig bekannt. „Mir macht die Arbeit mit Jugendlichen Spaß“, so Fortmann. „Aber ich kann nicht verhehlen dass unser stark wachsendes Unternehmen auch am Nachwuchs interessiert ist“, erklärt der Personalleiter sein Engagement für die benachbarte Realschule. Dass der Beruf des Müllers auch hervorragende Karrieremöglichkeiten bietet, erklärte Christian Kohake, Produktionsleiter im Werk Löningen den anwesenden SchülerInnen der Realschule. In der Zusammenarbeit mit der Schule will das Unternehmen u. a. den Jugendlichen praxisnah die verschiedenen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten vorstellen. „Die Lernpartnerschaft ist nicht als reine Beschaffungsmaßnahme für das Unternehmen zu sehen“, so Projektkoordinator Christoph Merschhemke. Berufsorientierung sei hier als integraler Bestandteil des Unterrichts in den verschiedenen Fächern zu verstehen. Und wenn sich die Jugendlichen dann für das Unternehmen begeistern, dann hätten alle Seiten etwas davon.

So sieht Konrektorin Kerstin Lemke eine „große Chance, die Unterrichtsqualität durch Praxisbezüge aus der Arbeitswelt zu steigern und den Jugendlichen einen Zugang zur Lebensmittelbranche zu ermöglichen.“ Die Jugendlichen werden sich im Unterricht mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Branche beschäftigen und im Dialog mit dem Unternehmen Nachhaltigkeitsaspekte diskutieren. Anknüpfungspunkte bieten dabei zum Beispiel die Profilfächer Wirtschaft sowie Gesundheit und Soziales. Auch Andreas Thielschler von der Wirtschaftsförderung Cloppenburg und der stellvertretende Bürgermeister Josef Ramler, begrüßen das Projekt als wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel in der Branche.